A lo Cubano

Samstag, 31.10.2015

Was aussieht wie ein Mafia Videospiel oder New York in den 50-gern ist in Wirklichkeit die Hauptstadt Kubas, La Habana. Dampfende Gullideckel, Oldtimer von grinsenden Taxifahrern, Rum und Prostituierte soweit das Auge reicht, vor einer Kulisse aus schummrigem Straßenlicht; das waren meine ersten Eindrücke. Anlass des kleinen Ausfluges hierher war das Treffen mit Herrn Stepper, der sich zufällig auch gerade in der Gegend rumtrieb. Mit der Planung verließen wir uns jeweils auf den anderen und stellten fest, dass wir beide faule Schweine sind. Da Kuba etwas hinterherhinkt in Sachen moderne Kommunikation (in der sechs Millionen Stadt gibt es genau zwei Orte mit Internetzugang - neben den großen Hotels, die einem nur als Gast Zugang geben - und man braucht eine Karte für zwei CUC, also zwei USD, die einem eine Stunde lang Internet gewährt) hatten wir zunächst kein Internet und fuhren deshalb einfach nach Varadero ohne groß zu wissen, was uns dort erwartet.
Wir bekamen, was man sich unter der Karibik vorstellt. Weiße Strände, türkis-blaues Wasser, viel Sonne und Palmen und abends schön mit Hummer und Cuba Libre dinieren. Den Sozialismus Kubas kann man an vielen Stellen sehen, z.B. gibt es nur eine Sorte Wasser im Supermarkt, keine amerikanischen Fast-Food Läden (wird sich im Zuge des neuen Freihandelsabkommens aber ändern) und nur eine Buslinie im ganzen Land. Der Tourismus beschränkt sich auf ausgewählte Orte in denen 5-Sterne Resorts an der Tagesordnung stehen. Die Kultur der Backpacker hat sich hier noch nicht durchgesetzt, was die Möglichkeiten der Fortbewegung stark einschränkt. Da dieser Bus neben ziemlich bescheidenen Abfahrzeiten auch noch sackteuer ist, entschieden wir uns dazu ein Auto für die Reise in den Süden des Landes zu mieten.


Als eines der günstigsten Länder zum Tauchen gingen wir in der Schweinebucht auf eine Immersion und penetrierten das Wrack eines versunkenen Kriegsschiffes. Das Endziel des Tages war Cienfuegos, wo wir mit einer merkwürdigen Situation konfrontiert wurden. Auf der Suche nach einem Club schlenderten wir abends am Malecón (Küstenstraße) entlang und fanden Jugendliche jeden Alters. Zwischen 10-16 Jahren ist der Dresscode hier: Player oder Bitch. Begleitet werden die (ausschließlich) Minderjährigen von Zigaretten, Rum und Marijuana. Klar hatte jeder schon mal seine ein, zwei Bier mit 14 Jahren; dafür gab's dann zuhause die Pflichtwatschn von Mama und man versprach es nie wieder zu tun. Bis dann einen Monat später wieder die Watschnpackung aufgerissen wurde.
Die paar Erwachsenen, die wir auf das Spektakel ansprachen, erzählten uns vom Tag der Jugend - also Samstag - und zwar wöchentlich. Und dass die schwer studierenden Schüler (also 5. und 6. Klasse) einen Ausgleich von der harten Schulwoche bräuchten. Kubas Geburtenrate ist in den Sternen.
Ohne nennenswerte Party zogen wir weiter östlich in die kulturgeprägte Stadt Trinidad und flanierten durch die alten gepflasterten Straßen. Ein paar Kilometer außerhalb wanderten wir im Nationalpark El Cubano bis zum angepeilten Wasserfall und kletterten auf dessen höchsten Punkt. Der Sprung von 20 Metern erforderte beim ersten Mal ein bisschen Cojones, doch die GoPro Videos sind Gold wert!
Die Schweiß-vom-Hike und AC- Kombination entpuppte sich als Schlechte, denn in den nächsten Tagen ging es mir zunehmend schlechter. Bei 30° im Schatten verbrachte viel Zeit im Bett mit langer Hose und zwei Pullovern. Gelegentlich ging ich zu den wunderschönen Stränden von Santa Lucía oder köpfte ein paar Kokosnüsse mit der Machete. Einmal auf dem Weg zum Strand veränderte sich die Farbe des Feldweges und mein Compañero stand mitten auf einer frisch geteerten Straße. Der neue Leihwagen aka Mustache Gig nahm eine ungesunde schwarze Farbe an und wir verbrachten den Nachmittag damit, den ursprünglichen Blauton mit Spiritus und viel Schrubben wiederherzustellen. Insgesamt war es aber eine gute Abwechslung vom Ventilatoranstarren im Zimmer!
Als es mir eines Morgens besser ging tauchten wir im hiesigen Nortevo Wrack auf 27m und der Instructor schlitzte mitgebrachte Fische auf und lockte somit zwei Bullenhaie an (die nebenbei unter den drei Haiarten der Erde sind, die Menschen angreifen), die ihm aus der Hand fraßen!!!

Wieder weiter im Landesinneren schauten wir uns das Denkmal und Museum von Che Guevara in Santa Clara an. Leider regnete es zwei Tage lang und somit fiel der Besuch der Tabakfabrik aus. Auch mein Fieber brach erneut aus und legte mich weitere Tage lahm.
Nach und nach kamen wir dem Endziel, Santiago de Cuba, an und Herr Stepper hatte eine spezielle Empfehlung für ein Hostel dort, woher auch immer. Als wir schließlich ankamen, dauerte es ca. 5 Min und Irmgard (siehe Einträge von Uruguay) spazierte durch die Tür. Was für eine geile Überraschung anlässlich meines anstehenden Geburtstags!
Zusammen gingen wir mal wieder zum Tauchen und sahen ein weiteres Kriegswrack, dieses mit Einschusslöchern. Danach sahen wir das Militärfort El Morro, ein Abbild der Festung in La Habana.
Im Nationalpark Gran Piedra bestiegen wir den größten Vulkanstein der Welt und bestaunten den Blick über Kuba vom Gipfel. Am letzten Tag mit Leihauto besuchten wir den Dinosaurierpark, der Spielberg als Vorlage für Jurassic Park diente.
Nach der 16-stündigen Busrückfahrt nach Matanzas verbrachten wir meinen Geburtstag in
Playa del Este und schließlich in La Habana zum Feiern. Wir gönnten uns zu dritt ein Apartment in der Altstadt und bekamen ein völlig neues Bild der Hauptstadt. Verzierungen an Häuserfassaden, alte Kirchen, Straßenmusik und Touristen an jeder Straßenecke. Im Anschluss an den Besuch des Havana-Rum Museums kauften wir eine Flasche 15-Jährigen Gourmet-rum - wohl den Besten, den ich jemals probiert habe. Die Straßen sind gespickt mit Tabakläden, in denen die billigste Packung Cohibas oder Montechristo nicht unter 400 US$ kostet. Zum Glück gibt es in den Seitengassen und Häuserhintereingängen Zigarrendealer, deren Verwandte in den Zigarrenfabriken arbeiten und die ein oder andere Packung vom Laster fallen lassen.
Rum and Cigars: Life's good.

Irgendwann hieß es dann aber Abschied nehmen, Irmgard flog nach Deutschland, Señor Juan Rodriguez Stepper in die Vereinigten Staaten und meine Wenigkeit zurück nach Kolumbien.

Bilder gibt's diesmal leider keine, da mir meine HDD abhanden gekommen ist.

Pazifikküste und ein Buen(a)aventura

Dienstag, 13.10.2015

Nach der überwältigenden Hitze Calis und der Wiedervereinigung alter Compadres machten wir uns zu viert auf den Weg an die Pazifikküste. Auf der Straße dorthin sollten wir aber noch einmal für eine kleine Exkursion nach San Cipriano halten. Dieses Dorf besteht ausschließlich aus Schwarzen und hat neben seiner Dschungelatmosphäre noch eine kleine Besonderheit. Es gibt nur einen Zugang und zwar auf den ehemaligen Zuggleisen, mit dem dezenten Unterschied, dass die Indos Motorräder auf die Schienen schnallen und so die Leute transportieren. Leider ist die Strecke nur einspurig und bei jedem Gegenverkehr entscheidet die Anzahl der Passagiere und Menge der Ladung, wer sein Vehikel von den Schienen hieven muss. Zwanzig Minuten dauert die Fahrt und bei der Ankunft springen kleine Kids um einen herum und versuchen dich in das Hostel ihrer Mutter zu zerren. In dem Moment war es auch witzig, doch im Nachhinein ist es eigentlich schon bedauerlich, dass die Kleinen aufwachsen und Dollarzeichen in den Augen haben, wenn sie einen Gringo sehen.
Zum Abendessen gab's nach dem Seven Minutes in Heaven - Workout (nochmals danke an die Jungs aus der israelischen Armee, das Training ist Gold wert) astreine Flussshrimps in Salsa de Coco mit Lulo- oder Guayabasaft.
Am Morgen marschierten wir dann mit den Gummireifen unterm Arm zu einem Wasserfall und ließen uns von dort drei Stunden Flussabwärts treiben. Die Entspannung war als Einstimmung für die Pazifikküste perfekt. Eine Fähre brachte uns von Buenaventura Nach Juanchaco wo wir mit den Backpacks am Strand entlang stapften, bis nach einer Stunde schließlich La Barra in Sicht kam. Bei Touristen nicht übermäßig bekannt ist dies das ideale Fleckchen um die Welt und alles Andere zu vergessen. Zwischen Palmen und angetriebenem Holz befand sich unsere Holzhütte 20 m vom Strand entfernt. Den täglich frisch gefangenen Fisch bereitete uns Doris die Hausdame mit Kokossoße zu und abends tranken wir mit den Locals Coco Loco und Selbstgebrannten. Das Leben könnte schlechter sein!

Abenteuerliche Konstruktion Geisterfahrer... Unsere Strandhütte ...und deren Aussicht

Nach einigen sorglosen Tagen ging die Reise ins feuchtwarme Salento und die Zona Cafetera, wo der beste Kaffee Kolumbiens auf kleinen Farmen im Familienbusiness angebaut wird. Ein Tagestrip ins nahegelegene Valle de Cocora offenbarte neben surrealen Landschaften das Nationalsymbol und Wappen der 100 Peso Münze: die Quindio Wachspalme. Außerdem schauten wir bei der Kolibri Farm vorbei, wo es, naja, hunderte Kolibris gab...

Markt in Salento Kaffee soweit das Auge reicht Nationalsymbol Kolumbiens

Nach viel Hörensagen über ein sich entwickelndes Land, wird es für mich endlich Zeit, einen Fuß in die Karibik zu setzen. KUBA I'm coming!

Locombia

Sonntag, 04.10.2015

Mit dem Nachtbus gelangte ich nach Tucán und überquerte die Grenze nach Kolumbien bei Ipiales, wo ich gleich das Santuaria de las Lajas besuchte. Eine sehr beeindruckende Kirche aus Pflastersteinen, erbaut auf enormen Pfeilern über einem Fluss.
Am gleichen Tag noch nahm ich die Route über Pasto und erreichte schließlich Popayán, wo Enrique bereits auf mich wartete. Wir verbrachten zwei Nächte in der Stadt und ich stellte hier bereits fest, dass die Kolumbianer eines der offensten und freundlichsten Völker Südamerikas sind.
Auf der Ausstellung von Alfredo Vivero schauten wir uns seine Kunst über indigene Stämme, deren Rituale und besondere Tier- und Pflanzenarten an. Das Spezielle an seinen Werken ist, dass man sie mit 3D-Brillen erst richtig bewundern kann und die Bilder zum Leben erwachen. Da Enrique schon einige Tage vor mir eintraf war er mit einer Gruppe kolumbianischer Artesanen unterwegs, die sich für das Kulturfestival in der Stadt getroffen hatten. Tagsüber saßen wir mit ihnen im Park und hörten ihnen beim musizieren zu. Ab und an gab's auch eine Macheten- oder Jongleurshow; damit verdiente die Gruppe nämlich ihr Mittagessen. Diesen Lifestyle, den ich auf diesem Kontinent schon oft gesehen, aber noch nie so hautnah erlebt habe, ist einfach bewundernswert. Ist zwar nichts für mich, aber diese Jungs und Mädels sind die wahren Überlebenskünstler.  

Santuaria de las Lajas Man braucht nur wenig, um auf dieser Welt glücklich zu sein

Bald machten wir uns auf den Weg nach San Augustín, um den dortigen Archäologiepark zu besuchen. Aus den Jahren 200-600 AD gibt es hier mehr als 300 perfekt erhaltene 'Idolos', also Statuen in Form von Menschen, Göttern und Tieren. Durch einen Dschungelpfad gelangt man von Monument zu Monument und kann die Mystik aus alten Zeiten nachempfinden.
Der vierstündige Bus zurück nach Cali raste über eine Schotterpiste und ließ einem keine ruhige Minute. Unweigerlich fühlte ich mich in die Zeit von Bolivien zurückversetzt, wo eine Busfahrt durchaus lebensgefährlich sein kann.
Cali ist die drittgrößte Stadt Kolumbiens und mit Sicherheit eine der heißesten. Der zehnminütige Marsch von der Bushaltestelle zum Hostel verwandelte mein Outfit mit schwarzen Shirt in eine finnische Dampfsauna. Außerdem wird Cali als die Hauptstadt des Salsa betitelt. Glücklicherweise war genau an diesem Wochenende die Salsa - Weltmeisterschaft und wir besuchten für das Finale das hiesige Stadion. Der Eintritt war übrigens frei, eine Tatsache, die ich in Europa für Events dieser Art auch begrüßen würde. Ich erinnere mich daran 2006 mehr als 150 Euro für ein WM-Spiel im Viertelfinale gezahlt zu haben.
Wie auch immer, es traten einzelne Paare gegeneinander an sowie ganze Tanzgruppen aus 30 Leuten und es gab verschiedene Kategorien, z.B. Afrosalsa, Salsa Caleña oder Salsa Cumbia.
Mit einer unfassbaren Tanzgeschwindigkeit wurden die Frauen u.a. mit Saltos und Drehungen durch die Luft geworfen, durch Männerbeine gezogen und um Körper gewirbelt. Es war auf jeden Fall sehr interessant und gab mir wieder Motivation, Zeit in meine Salsa Skills zu investieren.

 

Eine der Idolos Alfredo Vivero Er lud uns zum Kaffee trinken in sein Atelier in Bogotá ein

Der Weg ins Landesinnere

Montag, 28.09.2015

Weg von der Küste überquerte ich hohe Gebirgspässe und weite Täler, um schließlich nach Quilotoa zu gelangen. Der erloschene Vulkan auf 3900m vor Ort umgibt eine türkis-schimmernde Lagune. In dem Gebiet verbrachten wir das Wochenende mit Tageswanderungen und überquerten im Kanu die salzige Lagune.
Bei der Abreise musste ich feststellen, dass mein Nummernschild geklaut wurde. Ecuador meint es wohl nicht gut mit mir. Auf dem Weg nach Baños weiter ins Landesinnere machte ich einige Stops bei der Polizei und den Verkehrsbehörden, die mir leider nicht weiterhelfen konnten. Eine peruanische Plakette kann ausschließlich in Peru ausgestellt werden und um das Motorrad in Ecuador anzumelden müsste ich die lächerlich hohen Einfuhrgebühren von 90% des Neupreises zahlen. Der neue Präsident hat sich beim Volk mit diesem neuen Gesetz sowie der Erhöhung der Tabak-, Alkohol- und Mineralsteuer erstmal unbeliebt gemacht. Zumindest konnte man mir einen Wisch ausstellen, der mich zum Fahren ohne Nummernschild berechtigt solange ich im Land bin.
Da mein nächstes Ziel Kolumbien ist und dort meine Fahrerlaubnis erlöschen würde, stand ich vor zwei Möglichkeiten. Zurück nach Peru und vier Wochen auf mein neues Schild warten - oder mein so lieb gewonnenes Zweirad verkaufen. Mit der Entscheidung ließ ich mir aber erstmal Zeit und tourte weiter ins Extremsportparadies Baños del Agua Santa.

Laguna Quilotoa - 1km Durchmesser und 400m Abstieg zur selbigen Trek Quilotoa - Isinliví

Ich versuchte mich am Rockclimbing und beim Canyoning, also dem Abseilen von Wasserfällen. Der Höchste war stolze 45m.
Die ultimative Challenge gegen meine inzwischen nur noch minimale Höhenangst war dann der Bungeejump von der über 100m hohen San Francisco Brücke. Außerhalb des Geländers auf der Plattform stehend, nahm mein Gesicht eine etwas milchige Farbe an. Könnte aber auch an dem Becher Taberna Vieja Rum liegen, den ich mir zuvor zur Bestärkung gönnte. Was soll's, bezahlt war schon und Rückzieher sind auch nicht drin, dann sprang ich halt.
In diesen Tagen fuhren wir durch das Tal der Wasserfälle und schauten uns die Puerta del Ciel (Himmelstor) und den Patón del Diablo (Teufelspfanne) an. Der Anblick dieser Naturwunder rechtfertigt ihre Namen... Auf dem Weg zum nahegelegenen rauchenden Vulkan Tungurahua gibt es eine Riesenschaukel, von der man die ganze Stadt plus umliegende Berge überblickt.

Die Stadt mit dem aktiven Vulkan im Hintergrund Pailon del Diablo, den massiven Strahl im Hintergrund erkennt man leider nur schlecht Vuelo del Condor - die Riesenschaukel

Wir machten einen Abstecher nach Mindo, einem kleinen Dörfchen im Norden von Quito, der von Wolkenwald, Nationalparks und Top-Wanderwegen umgeben ist. Auf Regenwald-ähnlichem Terrain kämpften wir uns mit meiner Machete durch die Büsche und fanden einen 12m hohen Wasserfall von dem man springen konnte.
Tags darauf besuchten wir die Mariposeria und schauten exotischen Schmetterlingen beim Schlüpfen zu. Mir kommt es so vor, als beansprucht hier jeder zweite Nationalpark den Titel 'höchste Biodiversität der Erde'. Auf einer geführten Nachwanderung sahen wir einige Raritäten wie die Skorpionspinne und ein Opossum. Belassen wir es also bei: es gibt viele Tiere hier.

Kolibri. Diese Geschöpfe schlagen ihre Flügel bis zu 80 mal pro Sekunde Schmetterlingsporno Nachdem der Kokon durchbrochen wurde müssen die Schmetterlinge einige Stunden zum Trocknen hängenMahlzeitScorpionspider - Where is your god now? Jump 


Zwei Busstunden entfernt verbrachten wir eine Nacht in der Artesanostadt Otavalo, wo am Samstag 25 Blocks für den immensen Markt gesperrt werden. Ich leistete mir ein paar neue gewebte Klamotten und wir schauten beim Hahnenkampf vorbei, der hier eine riesige Sache ist. Leute stehen um den Ring und wetten ihr Erspartes auf das mit Messern ausgestattete Geflügel. Alles in allem ziemlich brutal und nichts für schwache Nerven. Dennoch eine Erfahrung wert!

Markttreiben 25 Blocks sind groß... Die Kontrahenten verneigen sich vor dem Kampf...


Manche beurteilen Länder nach ihrer Hauptstadt. Bitte lasst Quito die Ausnahme sein. Die Altstadt hat ihren gewissen Charme, ansonsten ist es laut, stinkt, die Leute sind verschlossen und deine Kamera wird geklaut. Auf meiner Hauptstadt Skala Südamerikas belegt Quito den vorletzten Platz, gleich vor Lima.
Was es allerdings Beeindruckendes zu sehen bzw. nicht zu sehen gibt hier ist die "Mitad del mundo" oder der Mittelpunkt der Erde. Am Längen- und Breitengrad 0 0' 0" wiegt man ein Kg weniger als auf dem Rest der Erde (ausgenommen den Polen, dort ist es ein Kilo mehr) und die Klospülung dreht sich in beide Richtung.
Den nächsten Samstag und Sonntag verbrachte ich auf der Fería de Vehículos, einer Art Flohmarkt für Fahrzeuge. Natürlich wissen die Ecuadorianer auch vom neuen Einfuhrgesetz und boten mir erschütternd wenig für das Motorrad. Das ich unter Wert verkaufen würde war mir klar, aber ein Bruchteil meines Kaufpreises - niemals! Zumal es mein mobiles Reisekapital ist.
Zu meinem Glück stieß ich am Sonntag auf einen Kolumbianer, der mich freundlicherweise bei ihm wohnen ließ, bis wir die Kaufpapiere erledigt hatten. Er würde das Motorrad in Kolumbien zulassen und hätte das Problem mit dem Zoll nicht. Wenn man die Zulassung und Versicherung abzieht konnte ich es sogar mit Gewinn weiterverkaufen! Internationalen Handel müsste man studiert haben :P
Für mich hieß es also noch am gleichen Abend Abschied nehmen und in Richtung kolumbianischer Grenze aufbrechen, wo meine Parseros nicht weit sein sollten.

Quito Basílica del Voto Nacional Der Mittelpunkt der Erde - Verzehr von mitgebrachten Speisen verboten Triumph!

Blaue Füße

Samstag, 05.09.2015

Quito ist zwar die Hauptstadt, aber um einiges heißer, turbulenter und schneller ist die größte Stadt Ecuadors Guayaquil, in der ich einige Tage rastete und auf einen Freund wartete. Im Barrio Las Peñas kommt man über 400 Treppenstufen zum Aussichtspunkt auf einen Leuchtturm. Von hier überblickt man die immense Stadt und ihre vielen kleinen Inseln, die ihr etwas vom Stockholm des Südens geben. Da gerade Sommer ist steigt die Temperatur in den windlosen Straßen schnell mal auf über 40° C an und ich war froh, als wir uns bald zu zweit Richtung Küste aufmachten. Auf den kilometerlangen und menschenleeren Stränden nahe La Salinas schepperte ich mit dem Moped den Pazifik entlang.
Als ich schließlich in Montañita ankamen, fand ich dort eine Surfer- und Partyidylle vor. Der Ort wurde in den 60ern von ein paar Surfern entdeckt, die zunächst am Strand ihre Zelte aufschlugen. Heute trohnt am besten Surferspot des Dorfes 'La Punta' eine große weiße Statue mit einem Surfbrett in der Hand. Zusammen mit hunderten Gringos kommen viele ecuadorianische Studenten am Wochenende hierher um Dampf abzulassen. Dementsprechend relaxten wir ein paar Tage mit internationalem Essen, guter Gesellschaft und großen Wellen. Wir in diesem Zusammenhang sind mein französischer Barkollege aus Bolivien und ich. Wir setzten die Reise zusammen fort, er im Bus und ich aufm Moped. Bilder gibt es leider keine, muss mir erst eine neue Kamera besorgen...

Klar ist unser beider Traum der Schlenker nach Galapagos, leider geht sich das geldtechnisch nicht raus. In Puerto Lopéz fanden wir dafür allerdings Ersatz und verbrachten einen Tag auf der Isla de la Plata, wo es ebenfalls einige der einzigartigen Tierarten gibt. So zum Beispiel die Blue Feet Boobies oder den Fragata-vogel. In einer mehrstündigen Wanderung erkundeten wir die Insel und haben beim Schnorcheln ein paar beeidruckende Schlammschildkröten und Rochen gesehen. Auf der Rückfahrt zum Festland waren wir Whale watchen und jagten mit dem Schnellboot den springenden Riesensäugern nach. Außerdem begleitete und ein Rudel von mindestens dreißig Delfinen, denen die Springerei auch sichtlich Freude bereitete.

 

Küste der Isla de la Plata, die ihren Namen den silber schimmernden Felsen im Wasser verdankt Die Blue Footed Boobies gibt's nur hier und auf Galapagos. Die Farbe der Füße und des Schnabels hängt mit ihrer Ernährung zusammen und einem speziellen Fisch den sie essen Auch diese Vogelart ist einzigartig auf der Welt

Der Fragata Vogel, roter Rachen links oben, kann seinen Kopf auf sein aufblasbares Kinn legen    Die Bilder der Wale bekomme ich erst noch von anderen Travellern. Waren aber einige Spitzensprünge dabei Siehe hier die Delfine Pazifikküste

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